Gemeinde Bichl

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Kurzer Überblick über die wechselvolle Geschichte des Ortes

Wie und wann die Siedlung Bichl ihren Anfang nahm liegt im Dunkel der Frühgeschichte. Durch seine, an einer Wegkreuzung gelegenen zentralen Lage ist anzunehmen, dass der Ort bereits vor der Gründung des Klosters Buron existierte.

Politische Gemeinden wurden gegründet, wobei man Bichl der Gemeinde Laingruben unterordnete. 1822 konnte Bichl seine politische Selbstständigkeit erwirken.
Ein weiteres katastrophales Ereignis war der Großbrand im Oktober 1849 in der Ortsmitte, dem 9 Höfe zum Opfer fielen. Vier der betroffenen Hofbesitzer siedelten an die Ortsränder aus, ein Anwesen wurde aufgegeben.
Infrastrukturell konnte der Ort immer schon wirtschaftlichen Nutzen ziehen. Schon in der Frühzeit führte eine Straße aus Richtung Wolfratshausen nach Kochel. Der Kesselberg und der weitere Weg bis in die Wallgauer Gegend konnte nur mit Tragtieren überwunden werden, weiter ging es dann auf der ehemaligen Römerstraße Via Raetia ins Inntal und nach Italien. Eine sogenannte Salzstraße verlief über Rosenheim, Tölz und Bichl ins Allgäu. Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung wurde Bichl ab 1898 von zwei Eisenbahnlinien angefahren. Ab dem Ausbruch des 1. Weltkrieges verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage. Söhne und Väter wurden rekrutiert und fehlten in der Landwirtschaft. Viele von ihnen kamen ums Leben oder waren körperlich und seelisch geschädigt. Nach einer kurzen Erholungsphase begann der 2. Weltkrieg, der ebenfalls massenhaft Opfer forderte. In den Jahren 1945-46 fanden viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene im Ort eine neue Bleibe. Vor dem Krieg hatte Bichl 845 Einwohner, nach 1946 waren es 1310 Einwohner. Durch den grassierenden Wohnungsnotstand kam es zu Zwangseinweisungen in viele Bauernhöfe, die Integration verlief relativ problemlos. Die kommenden Jahrzehnte brachten einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung, der zur Folge hatte, dass viele der bäuerlichen Anwesen die Landwirtschaft aufgaben. Viel Aufregung verursachte die Gebietsreform im Jahr 1972, wobei die Gemeinde Bichl in eine Verwaltungsgemeinschaft mit Benediktbeuern gedrängt wurde.
Die erste Volksschule in Bichl nahm 1876 ihren Lehrbetrieb auf, der bis 1969 fortbestand. Durch Gründung eines Schulverbandes mit den Gemeinden Benediktbeuern, Kochel, Bad Heilbrunn folgte ein zentraler Neubau auf Benediktbeurer Flur. Das Bichler Schulhaus verlor dadurch seine Funktion und wurde verkauft.